Thema im Oktober

“Kirche muss sich immer re form ieren“

Das Motto ist ja gewiss nicht neu, es begleitet die Kirchengeschichte seit Jahrhunderten, seit der "Reformation", bei der erkannt wurde, dass ein bloß einmaliges Umdenken nicht für allemal hinreicht.
Re-"Form"-ation ist von uns derzeit in einem großen Umfang ganz praktisch verlangt. Nahezu bei jeder Veranstaltung müssen wir neu überlegen, was ein derzeit geeignetes Format ist, das es erlaubt, die Inhalte unseres Glaubens auf eine Weise anschaulich, sprechend und nachvollziehbar zu machen, ohne dass Teilnehmende durch Distanzlosigkeit gefährdet werden. Auch diese Aufgabe ist nicht neu, auch sie galt schon immer. Aber derzeit wird tagtäglich deutlich, wie paradox es ist, wenn menschliche Nähe, vertraute Zuwendung und "Kontakt" stets auf Abstand und aus vorsichtiger Distanz geschehen soll.
Nach beiden Seiten kann man übertreiben. Aber "so tun als wär' nix", und in allem bedenkenlos weitermachen wie bisher kommt für uns ebenso wenig in Frage wie ein "Nichts geht mehr" und alles ausfallen zu lassen.
Wir wollen jetzt nach den Sommerferien auf eine besonnene Weise wieder Schritt für Schritt in eine veränderte Normalität aufbrechen.
Bei den Einschulungsgottesdiensten haben wir in besonderer Abstands-Sitzordnung Familieninseln gebildet und einzeln für jede Schulklasse eineneigenen Gottesdienst gefeiert. Da wir ins Pflegeheim Melchior immer noch nicht rein dürfen, um dort Menschen zu einem Gottesdienst zu versammeln, haben wir vom Garten aus über den Zaun hinauf zu den Teilnehmern auf Balkonen und Fenstern einen Gottesdienst zu "Befiehl Du deine Wege" gehalten, den Frau Hong am Keyboard wunderbar musikalisch gestaltet hat.
Nun wissen wir, dass wir an Erntedank nicht wie bisher zu einem Gemeindeessen in den großen Saal einladen können. Aber "Geh aus, mein Herz und suche Freud..." bedeutet uns ja auch, dass wir "Erntedank" dort "begehen" können, wo die Ernte eingeholt wird und der Anlass für den Dank gewachsen ist. Und planen wir einen Spaziergang durch die Weinberge mit unterwegs 3 Stationen zum Häusle.
Die "5 Esslinger" haben in der donnerstags geräumig freigeräumten Lukaskirche wieder begonnen und machen munter ihr "A-H-A"-Erlebnis.
Auch die "Kinderkirche" formiert sich unter den neuen Gegebenheiten neu und wird am 18. Oktober sich wieder treffen. Auch hier sind wir gerade am überlegen, wie wir Weihnachten feiern wollen, wenn wir uns eine vollbesetzte Kirche nicht erlauben dürfen.
Auch für die im April aufgeschobene Konfirmation, die wir jetzt am 25. Oktober nachholen wollen, mussten wir ein an Sitzplätzen reduziertes Konzept erstellen.
Weil darum in der Liebfrauenkirche jeder Platz für Konfirmationsgäste gebraucht wird, halten wir für die Gemeinde in der Lukaskirche zeitgleich einen Predigtgottesdienst.
Auch Diakon Otto Maier ist nach reiflicher Überlegung bereit, das Kinderferienprogramm im Herbst auf geeignete Weise anzubieten:
"Suchet der Stadt Bestes"
- sein Thema ist hoch aktuell....   
(P.R.)