"Alles hat zwei Seiten..." -

 

Diesen Text, der sich vorwärts und rückwärts bzw. "rückblickend" lesen lässt, haben wir 300 Menschen in unserer Gemeinde zugestellt, die mehr als 70 Jahre Lebenserfahrung haben und sie eingeladen, in kurzen Sätzen Erlebnisse, Einsichten und Erfahrungen zu notieren, was in "zwanzigzwanzig" auf andere Weise neu möglich war.

Hier sind -teilweise gekürzt- die
Rückmeldungen, die wir bekamen:

"Zwanzigzwanzig"
hat nicht nur Umstände gebracht,
sondern wegen vieler Schwierigkeiten uns auch nachdenklich gemacht.
Nachdem man sich plötzlich in größerem Kreis nicht mehr begegnen konnte,
haben wir eine Chat-Gruppe gebildet und unterhalten uns einmal wöchentlich via Bild und Ton über Face-Time.
Außerdem rufen wir uns im kleinsten Kreis einmal täglich an und erkundigen uns nach dem gegenseitigen Wohlergehen.
Der tägliche Spaziergang mit dem Hund wurde immer ausgedehnter...
Einen breiteren Raum nimmt jetzt auch die Buchlektüre ein.
Das Wichtigste - unter Vielem - in dieser schwierigen Zeit ist, auf uns aufzupassen und die gegenseitige Rücksichtnahme.
 
Seit Mitte März 2020 hat sich in unserem Leben einiges verändert. Die Corona-Pandemie hat uns gezwungen, unsere Vorhaben einzustellen.
Für mich persönlich sind die wöchentlichen Hallen-Tennisstunden und sonntägliche Familienbesuche ausgefallen....
Es begann eine von Sorgen geprägte Zeit, Viele Menschen haben sich mit dem Virus infiziert... Uns Älteren hat man empfohlen, das Haus zu hüten. Altenheime sollten auch nicht besucht werden. Somit begann eine Zeit mit verschiedenen Hilfsprogrammen, von der Kirchengemeinde oder durch die Nachbarschaft. Für mich hat mein Sohn den Einkauf übernommen. Ein Freund aus China berichtete über die strengen Maßnahmen der Regierung in China und wunderte sich, dass in Deutschland diese strengen Vorschriften nicht eingehalten werden....
 
Im Rückblick auf dieses außergewöhnliche Jahr überwiegt trotz mancher Einschränkungen für uns eindeutig die Dankbarkeit. Trotzdem sind persönliche Kontakte nicht zu ersetzen und uns auch weiterhin sehr wichtig. Dabei ist noch völlig offen, wie lange die Pandemie diese nicht zulässt. Aber alles trägt zum Besten derer bei, die Gott lieben. Besonders schöne und freudige Ereignisse waren die Aktion "Gesicht zeigen" und der Gottesdienst am 1. Advent. Auch die musikalische Christvesper am 2. Weihnachtsfeiertag und die Überraschung Mitarbeiteressen

Zwanzigzwanzig... Wir haben uns an frühere Bekannte erinnert und gute Gespräche geführt. Die Weihnachtszeit sehr entspannt und gemütlich verbracht...
Herzlichen Dank für die voll gelungene Überraschung "Bild mit Maske" und den Geburtstagsbrief. Wir haben uns sehr darüber gefreut.
 
Die extra Gemeindebriefe im Frühjahr freuten mich. Danke! Wenn wir um 19.30 Uhr noch im Weinberg waren oder schon auf dem Balkon und die Glocken erklangen, war das immer was Schönes.
 
Ich habe für mich empfunden, dass ich den einzelnen Menschen viel mehr wahrnehme durch das Zeitgeschenk. Als Anmerkung kann ich berichten, dass ich gut über diese Corona-Zeit hinwegkomme.
 
Himmelhoch jauchzend fühle ich mich nicht.
Aber ich lebe. Ich freue mich auf den Sonntag, da besuche ich den Gottesdienst. Die Predigt ist mir wichtig! Ich lese viel, vor allem das Evangelische Gemeindeblatt und die Esslinger Zeitung.
Ab und zu einen Spaziergang durch Mettingen zum Luft schnappen. Ich habe auch liebe Hausbewohner, es steht immer wieder etwas vor meiner Türe, eine Blume oder ein Stück Kuchen. Das hebt die Stimmung. Auch das Alleinsein kann ich genießen, die Stille tut mir gut. Es wird wieder besser! - und hoffen, dass wir gesund bleiben und halten uns an die Regeln.
 
2020 fing sie an, Pandemie –
’21 geht es weiter, aber wie?
Man muss mit ihr leben –
täglich wird man dran erinnert –
auch wenn wir uns Mühe geben.
Die Regierung glaubt zu helfen –
ständig geht etwas daneben –
lasst euch impfen, wird geraten,
leider gibt’s da ein Problem –
wie bekannt, besteht ein Mangel,
Impfstoff fehlt, wir müssen warten –
immer wieder angerufen, 
kein Termin, probiere weiter.
Habe das gewünschte Alter, wäre dran -
doch der Mangel ist Begleiter.
Täglich grüßt das Murmeltier.
Mettingen und andre Orte
hoffen auf ein nahes Ziel –
frohe Wünsche, gute Worte,
wann endet das böse Spiel?

Entbehren, Vermissen
 
Wo bin ich hin?
Mir fremd, fort aus Vertrautem.
abhanden gekommen mir, gedrückt
von Leere. Zugleich ins Allernächste nur
gepfercht. Die Ziele
weit voraus, entrückt.
Ideen fallen ein - Nachtvögel
über schwarzem Acker.
Was tut's. Der Blick sucht anders nun,
staunt, schaut auf jung verschlungenen Wegen.
Die stolzen Tore dahinten
stehn offen für jeden Gast, inzwischen
freigegeben für Besucher
Gelassen, nicht gefasst, ist der Wächter
heut' Bier trinken gegangen.
Willkommen Du.
 
2020 - was für ein Jahr
man kann's nicht verstehen,
was da wohl geschah?
Wir Menschen müssen erkennen
was wir setzten aufs Spiel,
unser höchstes Gut,
unsere Erde und das ist sehr viel.
Alle müssen drunter leiden,
die Jungen und die Alten.
 
Corona hat auch eine positive Seite
Ich denke an die Spaziergänge im Herbst in die Weinberge.
Strahlend blauer Himmel -
bunt gefärbte Traubenblätter.
Es war so schön, so beruhigend
der Natur und Gottes Schöpfung so nah.
Aber jetzt fehlt mir
der Kontakt zu den Menschen.
Ein Lächeln, ein liebes Wort.
 
Unsere Verbindungen zu Freunden und Bekannten haben wir durch telefonische Anrufe aufrechterhalten. Wir tauschten Erinnerungen aus, von Bergwanderungen, Radtouren, geselligen Treffen oder Theaterbesuchen. Vielen unserer Bekannten ist was "Neues" eingefallen und somit haben wir einen "Rundbrief" gemacht. Wir haben festgestellt, dass es gut angekommen ist. Das wollen wir im Jahr 2021 beibehalten.